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Unser nächster Film

Paterson

Ein ganz normales Leben

Welch ein Film!

Hier sehen wir, warum es Filme geben muss – und warum es das Kommunale Kino geben muss, das solche Filme auch in Bad Schwartau zeigt.

„Paterson“ ist nicht das, was manche vom Kino erwarten. Nicht Mord, nicht Grauen, nicht Verfolgungsjagd. Paterson ist eine Stadt in New Jersey/USA. Paterson ist auch der Name eines Busfahrers in dieser Stadt. Und „Paterson“ ist der neueste Film von Jim Jarmusch, in dem er uns die Lebensumstände der Stadt, des Busfahrers, seiner Frau und ihrer Englischen Bulldogge erfahren lässt.

Eine Woche lang, von Montag zu Montag, sehen wir Paterson neben seiner Frau aufwachen, aufstehen, ein Müsli essen, mit der Lunch Box loszuziehen und seinen Bus durch die Stadt lenken. Ein abendlicher Kneipenbesuch, ein wöchentlicher Kinobesuch und in freien Minuten geschriebene kurze Gedichte machen sein Leben aus. Dieses Leben Patersons vermittelt uns eindringlich Adam Driver, ein amerikanischer Schauspieler, den man in „Lincoln“ (Spielberg 2012) und in Star Wars – Episode VII (2015) gesehen hat, und dem wir in Zukunft als Filmstar noch oft begegnen werden. Wie er sich in die Kleinstadt einfügt, zufrieden ist, keine Anstalten macht, die Monotonie zu durchbrechen, ist beeindruckend. Man sieht Adam Driver einfach gern zu, egal was er tut. Die zwei Stunden des Filmes sind fast zu kurz. Seine Frau Laura (Golshifteh Farahani) bringt den Gestaltungswillen in dieses Leben ein, bisweilen mit einem Schwarz-Weiß-Tick, bisweilen als potentielle Country-Sängerin oder als Cupcake-Bäckerin. Nebenbei hat sie ein Gefühl für die Lyrik ihres Mannes. Und überhaupt ist Jarmusch mit diesem humorvollen Film ein modernes amerikanisches Gedicht gelungen. Ausgehend von der genauen Beobachtung verwandelt er das gewöhnliche Leben in exemplarische, einprägsame Bilder. Ein großer Film eines großen Regisseurs, dem wir schon jetzt viele Filmklassiker verdanken, beispielsweise „Stranger than Paradise“, 1984, „Dead Man“, 1995 und „Broken Flowers“, 2005.

Zu „Paterson“ sagt Jarmusch, es sei ein Film, dem man erlauben sollte, einfach an einem vorbeizuziehen. Man wird es mit Bereicherung für sein Alltagsleben tun.

 

 

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