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Unser nächster Film

 

PAULA

27. April

Worpswede, 1900. Schon bei ihrer ersten Begegnung spüren Paula Becker und Otto Modersohn eine besondere Verbindung. Aus ihrer gemeinsamen Leidenschaft für die Malerei wird die große Liebe. Als sie heiraten, führen sie eine Ehe fernab von gängigen Mustern ihrer Zeit. Eine Beziehung in satten Farben, reich an Konturen und mit Spuren von Kämpfen. So wie die Gemälde der jungen Frau, die mutig nach dem Leben greift und die als Paula Modersohn-Becker in die Kunstgeschichte eingehen wird. Gegen alle Widerstände lebt sie ihre Vision von künstlerischer Selbstverwirklichung und ihre romantische Vorstellung von Ehe und Liebe. Sie sagt einmal: „Bis 30 will ich es geschafft haben. Mein Leben soll ein Fest sein. Ein kurzes, intensives Fest… Wenn ich drei gute Bilder gemalt habe, dann gehe ich gern. Drei gute Bilder und ein Kind.“

 

Mit „Paula“ erzählt Regisseur Christian Schwochow das faszinierende Leben einer hochbegabten Künstlerin und radikal modernen Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Voller Sinnlichkeit, mit zartem Humor und spielerischer Leichtigkeit ist „PAULA“ auch die Geschichte einer großen leidenschaftlichen Liebe. Die Konflikte, an denen die Liebenden zu scheitern drohen, sind heute – ein Jahrhundert später ­– aktueller denn je.

 

Das Drehbuch stammt von den Autoren Stefan Kolditz und Stephan Suschke, die sich schon zu DDR-Zeiten mit Paula Modersohn-Becker beschäftigt haben. Gemeinsam mit dem Regisseur wurde es weiterentwickelt und erhielt seine besondere Form. Dabei ging es ihnen, wie Christian Schwochow sagt, um Fragen wie: Wovon erzählt uns ein Film über das Leben von Paula Modersohn-Becker heute? Von den Schwierigkeiten, die der Malerberuf mit sich bringt? Über die Probleme die eine Frau zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Deutschland hatte? Schließt er ein paar Bildungslücken über den deutschen Expressionismus? Ja. Auch. Aber: „PAULA“ sollte kein Film nur für Zeichenschüler und Museumsfreunde werden.

 

Als Paula Modersohn-Becker steht Carla Juri vor der Kamera. Albrecht Abraham Schuch spielt ihren Ehemann Otto Modersohn, Roxane Duran ihre engste Freundin Clara Rilke-Westhoff und Joel Basmann den Dichter Rainer Maria Rilke.

 

Hier geht es zum Kartenvorverkauf

 

 

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Am 4. April gezeigt:

Tschick

 

Maik (Tristan Göbel) ist 14 Jahre alt,  ein Außenseiter. Seine Mutter trinkt, sein Vater setzt sich mit seiner jungen Assistentin in den Urlaub ab. Zu allem Überdruss wird er nicht zur Geburtstagsfeier der Klassenschönheit Tatjana eingeladen. Kurz: Das Leben in der Plattenbausiedlung von Ost-Berlin könnte besser verlaufen.

Die Sommerferien drohen ein Fest der Einsamkeit zu werden. Doch dann nimmt der neue Mitschüler Andrej Tschichatschow (Anand Batbileg), der von allen Tschick genannt wird, Maiks Schicksal in die Hand. Auch er wird von den andern links liegen gelassen und hat in Maik einen Schicksalsgenossen erkannt. Tschick fährt mit einem gestohlenen Lada Niva vor und möchte mit Maik einen Roadtrip in die Walachei starten. Ziel der Reise: Der Großvater, der in den Tiefen der Provinz lebt. Auf ihrer Reise machen sie nicht nur skurrile Bekanntschaften mit Öko-Familien, sondern lernen auch, was es heißt erwachsen zu werden.

Der Erfolgsroman von Wolfgang Herrndorf avancierte nach seiner Veröffentlichung im Jahr 2010 schnell zum modernen Klassiker unter den Jugendbüchern. Zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem der Deutsche Jugendliteraturpreis 2011, und die Übersetzung in 24 Sprachen ließen gar Vergleiche mit den Abenteuern von „Huckleberry Finn“ zu. Bereits 2010 wurde beim Autor ein bösartiger Gehirntumor diagnostiziert, sodass er selbst die Verfilmung seines Werkes in die Wege leitete, ehe er sich 2013 selbst das Leben nahm. Als Drehbuchautor wurde Lars Hubrich bestimmt. Regisseur Fatih Aktin engagierte die dynamischen Jungdarsteller um Tristan Göbel („Winnetous Sohn“) und Anand Batbileg in den Hauptrollen.

(kino.de)

Kartenverkauf und -reservierung ab 3.4., ca. 14 Uhr, hier

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Am 23.3. gezeigt (ausverkauft):

Toni Erdmann

oder: Vom zweifelhaften Glück, einen lustigen Vater zu haben

Unser nächster Spielfilm (nach der Doku-Matinée „Geheimnisvolles Äthiopien“) gilt vielen als der beste Film, der in den letzten Jahren in Deutschland gedreht wurde, und er war auch in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ für den Oscar nominiert. (Die Nominierung folgt einem komplexen Wahlverfahren und ist bereits ein halber Ritterschlag.) Die Kritik überschlug sich vor Begeisterung über diesen subtilen Film über ein nicht ganz einfaches Vater-Tochter-Verhältnis. „Toni Erdmann“ ist voller Komik, voller Humor – aber nicht ganz das, was man sich hierzulande unter einer Komödie vorstellt. Außer dem Oscar hat er auch die „Goldene Palme“ in Cannes und den Golden Globe knapp verpasst, was man bei der Produktion vermutlich nicht lustig fand. Auf der Haben-Seite stehen der schwer umkämpfte Kritikerpreis „Firpresci“, und fünf Auszeichnungen beim Euro-Oscar, dem Europäischen Filmpreis.

Mit 162 Minuten ist „Toni Erdmann“ ziemlich lang, was aber zur ruhigen Erzählweise des Films passt.

Ines (Sandra Hüller) ist Unternehmensberaterin und arbeitet in einer Zahlenmühle des Typs KPMG, Deloitte etc., wo sie sich schwer mit den Kollegen und dem Job tut. Ständig telefoniert sie, ständig steht sie unter Stress. Ihr Vater (Peter Simonischek) ist Musiklehrer, ein abgeklärter Alt-68er mit Hang zum Scherzen, der uns eher tragisch als witzig erscheint. Und dann mischt er sich in ihr Berufsleben ein… Das wird nicht ganz einfach für die junge Frau.

Wenn der Begriff „gesellschaftskritisch“ nicht seit vierzig Jahren inflationär gebraucht würde, könnte man diesen Film als gesellschaftskritisch bezeichnen. Wobei der Regisseurin Maren Ade ein melancholisch-liebevoller Blick auf die Welt der Karrierist/inn/en, Väter, Töchter, Amerikaner, Deutschen, Rumänen und Wirtschaftsprüfungskonzerne gelingt. Im Kern aber handelt „Toni Erdmann“ von der Liebe eines Vaters zu seiner Tochter, die mehr mit ihm gemeinsam hat, als sie ahnt.

Zweite Meinung

Hier geht’s zur Filmkritik der „Zeit“: Tränen gelacht und ein bisschen gegruselt

Findest du das witzig, Papa? Unternehmensberaterin Ines (Sandra Hüller) hat es nicht leicht mit ihrem Vater (Peter Simonischek). Foto: filmwelt