Dienstag, 2. Juni
Sentimental Value
Frankreich, Norwegen, Deutschland, Schweden, Dänemark / Regie: Joachim Trier / 133 Min.
Warum nur sind Familien so kompliziert? Und wie findet man wieder zueinander, wenn man sich entfremdet hat? Darum geht es beim Film „Sentimental Value“, der beim Europäischen Filmpreis – 2500 Mitglieder der Europäischen Filmakademie EFA stimmen per Brief ab – gleich sechs Preise gewonnen hat. Das Drama des norwegischen Regisseurs Joachim Trier wurde unter anderem als bester Film und für das beste Drehbuch (Joachim Trier und Eskil Vogt) ausgezeichnet.
Erzählt wird die Geschichte eines Vaters, der sich immer mehr um seinen Beruf als Regisseur als um seine Familie kümmert. Nach dem Tod seiner Frau kehrt er in sein Haus zurück und will dort einen Film drehen, für den er seine ältere Tochter Nora (Ibsen lässt grüßen) als Hauptdarstellerin haben will. Doch die will nicht mal das Drehbuch lesen.
Die Kritiker sehen den Film, in dem auch viel über die eigene Branche nachgedacht wird, recht unterschiedlich. Während „Sentimental Value“ für die Süddeutsche „der schönste Film des Jahres“ ist, beklagt Die Welt das „ewige Sinnieren über Schauspielerkomplexe, Regisseursbefindlichkeiten und Autorennabelschau“. Auf der ebenso angesehenen wie strengen Kritiker-Website „Rotten Tomatos“ schneidet „Sentimental Value“ mit 96 Prozent positiven Kritiken hervorragend ab.


