Adams Acht
Dienstag, 17. November
Deutschland, Slowakei 2026, Regie: Hannu Salonen, 124. Min.
1960 gewann der Ruder-Achter aus Ratzeburg Gold bei den Olympischen Spielen in Rom. Es ist die Geschichte des Trainers Karl Adam (gespielt von Oliver Masucci), der selbst kein Ruderer war, aber viel von Menschen, Physik und Mathematik verstand. Mit unkonventionellen Methoden führt er eine junge, ausschließlich nach Fähigkeit zusammengestellte Mannschaft zum Erfolg. Gegen viele Widerstände.
Es knarren die Dollen im Boot, es knirscht an Land. Adams Mannschaft wird aus ganz Deutschland zusammengeholt, aus allen sozialen Schichten. Vaterlose Kriegskinder, elitäre Schnösel, Menschen, deren Vergangenheit ausgelöscht oder versteckt werden muss. Ein Pulverfass. In der etablierten Rudererszene in Deutschland gelten die Ratzeburger – wo bitte liegt Ratzeburg? – als Underdogs. Und bei Regatten im Ausland hat man es als Deutscher auch nicht leicht.
Ein Sportfilm nicht nur für Wassersportler. Unsere Filmpaten sind die Lübecker Ruderklubs LRC und LFRK.
Der „Tagesspiegel“ schreibt:
Hat das Ruderdrama auch das Zeug zu einem zweiten „Wunder von Bern“? Der Film über den Fußball-Weltmeistertitel der Deutschen 1954 hatte vor gut 20 Jahren mehr als drei Millionen Menschen ins Kino gelockt. Auch er setzte sich neben dem Sportlichen mit der Vergangenheitsbewältigung nach dem Krieg auseinander.
Diese Kategorie schafft „Adams Acht“ vermutlich schon allein deshalb nicht, weil Rudern nun mal nicht der klassische Volkssport ist. Mitreißend ist das Drama aus dem Norden mit Strahlkraft bis nach Italien aber allemal.


